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Wo soll das alles hinführen? Alumni erzählen von ihren Berufen

Jörg Seehafer

Jörg Seehafer

Wissenschaftlicher Angestellter bei der Medizintechnikfirma medres

Ich arbeite in einer kleinen Firma, die Zubehör für experimentelle Magnetresonanz-Tomographie (MRT) entwickelt. Dort entwickle ich Spulen und Monitore für MRT, baue und vermarkte sie anschließend selber. In so einem kleinen Betrieb hat man eben viele Aufgaben. Am Max-Planck-Institut für neurologische Forschung in Köln arbeite ich parallel an meiner Promotion. Ich entwickle neue Methoden für die funktionelle MRT, die aktive Regionen im Gehirn zeigt. Beide Berufe sind sehr abwechslungsreich, anwendungsorientiert, nah am Menschen und erfordern viel Kommunikation. Was mir besonders wichtig ist: Neben Theorie und Wissenschaft kann ich auch handwerklich und kreativ arbeiten.

Henning Sternemann

Henning Sternemann

Patentanwaltskandidat in Düsseldorf

Nach meiner Promotion wollte ich unbedingt einen Berufsweg einschlagen, der weiterhin etwas mit Physik und Technik zu tun hat und der abwechslungsreich ist. Seit 2008 mache ich in der Düsseldorfer Kanzlei Cohausz & Florack eine Ausbildung zum Patentanwalt. In diesem Beruf ist es wichtig, den Kern einer Erfindung schnell zu erfassen und zu beschreiben. Technische Zusammenhänge erkennen und komplexe Probleme zerlegen sind kein Problem für mich. Das kenne ich schließlich noch aus dem Physikstudium. Für Dortmund hatte ich mich damals vor allem wegen des integrierten Kurses entschieden - und habe es auch nicht bereut. Ich fand das Studium sehr teamorientiert und merke immer wieder, wie wichtig das ist.

Julia Becker

Julia Becker

Juniorprofessorin für Hochenergie-Astroteilchenphysik an der Ruhr-Universität Bochum

Seit einigen Jahren darf ich mich auch beruflich den Fragen widmen, die mich schon während des Studiums beschäftigt haben: Wie ist die Welt im Kleinsten aufgebaut? Woher kommt die dunkle Energie? Als Juniorprofessorin erforsche ich, woher die kosmische Strahlung kommt und lehre Kosmologie, Astroteilchenphysik und Quantenmechanik. Bisher war ich an Unis in Schweden, den USA und eben in Dortmund – für meine Doktorarbeit über theoretische Vorhersagen von Neutrinoflüssen. Dort hat mir besonders gefallen, welchen hohen Stellenwert die Lehre für die Fakultät hat. Im wöchentlichen Kolloquium kann man neuesten Ergebnissen von internationalen Forschern lauschen, samstags morgens bekommt man bei „Brötchen und Borussia“ Alltagsphysik für jeden verständlich erklärt.

Armin Hauke

Armin Hauke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Am DLR-Standort Oberpfaffenhofen stelle ich mit meinen Kollegen sicher, dass Daten, die Satelliten und Raumsonden aussenden, unser Kontrollzentrum erreichen und Kommandos den umgekehrten Weg ins All nehmen können. Zurzeit arbeite ich an einer neuen Steuerungssoftware, die dafür die Antennen der Bodenstationen sauber ausrichtet und die Signale der Satelliten richtig dekodiert. Die Verknüpfung von Stationshardware und dem Betrieb einer Weltraummission macht meine Arbeit sehr abwechslungsreich. Und, dass meine Gruppe eine bunte Mischung aus Chemikern, (Geo-)Physikern und Informatikern ist. Das Zusammenspiel vieler Menschen und Elemente ist wichtig. Wie bei meiner Promotion an der TU Dortmund beim BaBar-Experiment am SLAC-Beschleuniger in Kalifornien.

Hartmut Löwen

Hartmut Löwen

Professor für Theoretische Physik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Mein Fachgebiet an der Uni Düsseldorf ist die Physik von Kolloiden, das sind in einem Medium fein verteilte Teilchen oder Tröpfchen. Das können Fetttröpfchen in Wasser wie bei Milch sein oder auch feste Farbpartikel in Tinte. Dabei faszinieren mich besonders Phänomene wie Gefrieren, Schmelzen und Glasbildung. Außerdem bin ich mit Begeisterung in der Lehre aktiv. So kann ich das weitergeben, was ich an der TU Dortmund gelernt habe. Bis `86 habe ich dort ein Blitzstudium von knapp sieben Semestern absolviert. Das war vor allem möglich, weil ich im integrierten Kurs Theorie und Experiment gleichzeitig lernen und so Zeit sparen konnte. In Dortmund habe ich auch promoviert, bin dann für die Habilitation nach München und Lyon gegangen und schließlich wieder in die Nähe der Heimat zurückgekehrt.

Heinrich Kolem

Heinrich Kolem

Leiter des Bereichs Angiographie- und Röntgensysteme bei Siemens Healthcare in Forchheim

Bei Siemens bin ich verantwortlich für Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Röntgensystemen. Das können einfache Röntgengeräte für Arztpraxen sein oder komplizierte, wie sie in Krankenhäusern gebraucht werden. Zu Siemens kam ich nach meiner Promotion an der TU Dortmund und einem Post-doc-Aufenthalt an der University of Utah. Nach elf Jahren in der Firma wurde ich Business Unit Leiter für den Bereich Magnetresonanz, danach war ich für den Vertrieb und Service von allen Siemens Healthcare Produkten in den USA zuständig. Seit 2009 bin ich wieder in Deutschland und noch immer hilft mir mein Physikstudium, die Grundlagen und Technik der Röntgen-Bildgebung zu verstehen und kompetente Fragen an Mitarbeiter stellen zu können. Darüber hinaus ist es oft nützlich, auch das Geschäft und den Markt aus einer "physikalischen Perspektive" zu betrachten.

Thomas Irawan

Thomas Irawan

Leiter Prozessentwicklung im Bosch-Werk Blaichach in Immenstadt im Allgäu

Nach meiner Promotion bin ich als Fertigungsplaner und Prozessentwickler in einen Fertigungsbereich bei Bosch eingestiegen. Schnell durfte ich mehr Verantwortung übernehmen und heute leite ich die Prozessentwicklung im Werk Blaichach im schönen Allgäu. Mit über 50 Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Technikern entwickeln wir Fertigungstechnologien für Komponenten der Automobilindustrie wie ABS und ESP, damit das Autofahren sicherer und sauberer wird. Quantenmechanische Effekte und höhere Mathematik spielen da zwar selten eine Rolle, Oberflächen- und Materialphysik, Mechanik, Optik und Elektronik dafür aber umso mehr. Meine breite und fundierte Ausbildung in Dortmund hilft mir dabei, mich täglich schnell in neue komplexe Technologien einzudenken.

Gefragt auf dem Arbeitsmarkt

Gefragt auf dem Arbeitsmarkt

Dass die Arbeitslosenquote von Physik- Absolventen bei nur etwa drei Prozent liegt, kommt nicht von ungefähr. Physiker sind oft auch jenseits ihres Fachgebiets begehrt, übernehmen dann Aufgaben eines Informatikers oder Ingenieurs, gehen ins Management. Laut einer Arbeitsmarktanalyse des Instituts der deutschen Wirtschaft aus dem Jahr 2010 soll der Bedarf an Physikern in Zukunft noch steigen: Neben der Entwicklung der Gesamtwirtschaft werden in den nächsten Jahren mehr und mehr Physiker in Rente gehen. Weiterer Pluspunkt: Physiker sind im Schnitt zufriedener mit ihrer Studienwahl. In der erwähnten Studie sagten 87 Prozent aller befragten Physikabsolventen, sie würden ihr Fach wieder studieren, im Vergleich zu 66 Prozent der Absolventen aller Fächer.

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Fotos: (Mitte) Jens Dreyer