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Physikerinnentagung

Im September ist es wieder so weit: Die 22. Deutsche Physikerinnentagung (DPT) wird vom 27. bis 30.09.18 in Oldenburg stattfinden. Es wird neben vielen Fachvorträgen, auch Laborführungen, Vorträge über Jobperspektiven und Vereinbarkeit von Beruf und Familie geben (https://www.physikerinnentagung.de/programm/index.html). Die Fakultät übernimmt die Kosten für einige Physikerinnen in Dortmund.

 

Wir haben drei Physikerinnen unserer Fakultät zu den früheren Physikerinnentagungen interviewt, um euch einen Einblick zu geben und eine Entscheidungshilfe zu geben, ob ihr bei der nächsten DPT dabei sein möchtet.

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Unsere interviewten Physikerinnen (v.l.n.r.): Jana Moschner (4. Mastersemester Physik), Clara Rittmann (2. Mastersemester Physik), Carolin Lüders (6. Mastersemester Physik)

 


Auf welcher Physikerinnentagung ward ihr bereits?
Jana: Ich war nur letztes Jahr in Ilmenau.
Clara: Ich war letztes Jahr in Ilmenau und 2016 in Hamburg.
Carolin: Ich war auch in Ilmenau und in Hamburg.

Wie seid ihr auf die Physikerinnentagung aufmerksam geworden? Woher wusstest ihr, dass es von der Fakultät finanzielle Unterstützung gibt?
Carolin: Über den email-Verteiler der Physikerinnen.
Clara: Ich habe es über den email-Verteiler der DPG erfahren und hatte Lust hinzugehen. Danach habe ich durch Zufall erfahren, dass es von der Fakultät die Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung gibt.
Jana: Ich habe es von dem email-Verteiler der Physikerinnen erfahren. Außerdem haben alle von der Physikerinnentagung in Hamburg 2016 nur Tolles berichtet. Für mich stand vorher schon fest, dass ich 2017 nach Ilmenau möchte.

Wie liefen eure Vorbereitungen, d.h. das Buchen von Bahntickets, Unterkünften?
Carolin: Für die Tagung in Hamburg hatten sich ein paar Studentinnen zusammen getan, um die Unterkunft gemeinsam zu buchen. Das fand ich etwas umständlich, weil man sich absprechen musste. Wir hatten sehrkurzfristig gebucht und  deswegen auch kein qualitativ hochwertiges Hostel gefunden. Für die Tagung in Ilmenau hatte ich frühzeitig alleine
meine Unterkunft und meine Bahntickets gebucht. Das war einfacher.
Clara: Ich hatte das jeweils im Zweierteam organisiert, in Hamburg mit Kira und in Ilmenau mit Jana. Das habe ich als sehr angenehm empfunden, weil wir immer die Unterkunft ziemlich früh gebucht haben. Dadurch konnten wir in Hamburg noch auf dem Gelände der Tagung unterkommen. Wir konnten noch vom Kontingent der
Tagung Plätze reservieren und hatten freie Auswahl. Die Zugtickets haben wir ziemlich spät gebucht, um flexibel bei der Anreise zu sein. Wir hatten immer ein Doppelzimmer. So konnten wir uns abends nochmal über die Tagung austauschen. Das fand ich gut und würde ich wieder so machen.
Jana: Da ist auch die homepage der Tagung sehr gut! Auf der homepage für Ilmenau waren drei verschiedene Hotels angegeben und ganz leicht zu buchen.

Habt ihr einen Beitrag zur Tagung geliefert, z.B. einen Vortrag gehalten oder ein Poster vorgestellt?
Clara: Ich war immer nur Besucherin.
Carolin: Ich auch.
Jana: Ich war auch nur Besucherin. Letztes Jahr war mir nicht bewusst, dass es eine Postersession gibt. Ich war jedoch auch nicht so weit, dass ich Ergebnisse zum Vorstellen hatte. Würde ich jetzt nochmal zur Physikerinntagung fahren, würde ich auf jeden Fall ein Poster mitbringen. Gerade in der Postersession kommt man viel leichter und viel mehr mit den anderen Menschen in Kontakt. Dieser Abend war sehr nett.

Was hat euch bei der Physikerinnentagung besonders gut gefallen oder was ist euch besonders gut in Erinnerung geblieben?
Jana: Ich fand die Tagung in Ilmenau wirklich gut organisiert. Das Beste für mich war eindeutig das sehr gemischte Teilnehmerfeld. Es umfasst wirklich Studienanfänger bis Leute, die schon 30 Jahre in der Industrie oder Forschung tätig sind. Jeder Bereich war damit abgedeckt und alle waren recht offen und locker. Man hat sich einfach verstanden gefühlt.  Ein Abend ist mir besonders stark in Erinnerung geblieben. An diesem Abend wurde im Innenhof der Uni gegrillt und ein Professor hat  Laser-Harfe gespielt. Das war total cool!
Carolin: Mir hat auch besonders gut gefallen, dass es Möglichkeiten zur Berufsorientierung gab. Es gab Diskussionsrunden zum Thema "Promotion: ja oder nein?" und Ähnliches. Es gab auch ein Mentoringprogramm, wo man während des Mittagessens mit Leuten aus dem Beruf reden und Fragen stellen konnte, damit man Ausblicke auf Karrieremöglichkeiten erhält. Ich finde es gut, dass verschiedene Fachgebiete vorhanden waren und man sich auch mal einen Vortrag zur Astrophysik anhören konnte. Auf der DPG-Tagung selbst war es bei mir der Fall, dass ich immer nur in meinem Fachgebiet gewesen war. Bei der Physikerinnentagung fand ich es unproblematisch in andere Fachgebiete reinzuschnuppern.
Clara: Was ich am meisten genossen habe, war unter Physikerinnen zu sein, die mit dem Studium schon fertig sind und vom Beruf berichten können, aber auch rückblickend vom Studium. Sie konnten auch von "Sorgen, Ängsten" im Studiumerzählen und ihren Methode, wie sie diese gemeistert haben. Das fand ich sehr bereichernd.

Was hat euch an der Tagung überhaupt nicht gefallen oder was findet ihr verbesserungswürdig?
Jana: Viele Veranstaltungen laufen parallel. So gibt es natürlich Tage, wo einem z.B. von 9 bis 11 Uhr nichts an Veranstaltungen
interessiert, aber von 14 bis 16 Uhr möchte man am liebsten drei von vier Veranstaltungen gleichzeitig besuchen. Da muss man sich entscheiden. Dadurch passiert es, dass manche Vorträge nicht gut besucht werden, weil sie als "eher unspannend" gelten. Diese wenig besuchten Vorträge kommen so leider nicht voll zur Geltung. Das ist leider bei jeder Tagung so. Bei der Frühjahrestagung der DPG ist das noch viel extremer. Das ist ärgerlich, kann man aber wahrscheinlich nicht ändern.
Carolin: Eine Sachen habe ich noch gut in Erinnerung und vielleicht ist das auch nur meine Wahrnehmung. Es ging um das Thema "Probleme von Frauen in der Physik". Ich finde solche Veranstaltungen können durchaus in einem kollektivem Jammern ausarten. Dass man sich über Probleme austauscht, ist gut, aber dieses Jammern ist mir zu viel.
Clara: Das muss gar nicht mal in kollektivem Jammern ausarten. Manchmal gibt es zwei bis drei Studentinnen, die gerade ein Problem haben und das sehr offen zur Schau stellen müssen. Das hat mich manchmal genervt.
Jana: Mir sind es fast zu viele Genderthemen, die auf der Tagung stattfinden. Manche Vortragende kommen wirklich nur damit an: "Bringt mehr Frauen in die Physik! Egal was die anderen sagen!". Leider sind diese Aussagen teilweise unbegründet. Es ist gut, dass diese Problematik angesprochen wird, aber teilweise ist es mir zu viel.

Wie lief die Kostenerstattung nach der Tagung ab? Gab es Probleme oder habt ihr ganz einfach eure Ausgaben erstattet bekommen?
Carolin: Ich hatte keine Probleme.
Clara: Ich hatte auch keine Probleme von Seiten der Uni, obwohl ich auch immer zu zweit gebucht hatte. Das war nie ein Problem.
Jana: Ja, das war kein Problem. Da wird einem auch geholfen. Clara und ich hatten unsere Reisekostenabrechnung letztes Jahr über Frau Linke gemacht. Wir hatten sie auch gefragt, ob es so ok ist, wie wir den Antraggeschrieben haben. Frau Linke hat nochmal drüber geschaut und dann war alles gut.

Möchtet ihr nochmal zur Physikerinnentagung gehen?
Carolin: An sich denke ich schon, wenn das zeitlich passt.
Jana: Ich bin auch am überlegen wieder hinzufahren.
Clara: Für dieses Jahr habe ich es zunächst nicht vorgehabt, aber jetzt gerade habe ich mal wieder so ein wenig bezüglich meines Studiums gehadert und möchte deswegen doch teilnehmen. Auf der Tagung trifft man Frauen, die der Physik treu geblieben sind und vermitteln: "Ja, es war frustrierend, aber immer eine gute Entscheidung und auch wenn ich nicht wusste wie es weiter geht, hat sich alles immer irgendwie gefügt.". Das hat mir jedes mal einen großen Inspirationsschub gegeben und auch sehr viel Motivation.

Würdet ihr anderen Studentinnen empfehlen an der Physikerinnentagung teilzunehmen und wieso?
Jana: Ja, aus ganz verschiedenen Motivationen heraus. Irgendwas nimmt jede davonmit. Sei es, ob man nicht weiß, ob man in der Wissenschaft bleiben oder lieber in der Industrie arbeiten möchte. Wenn man früh im Studium dieTagung besucht, kann man sich auch austauschen bezüglich der Fächerwahl. Man kann neue Motivation finden, netzwerken und neue Kontakt knüpfen. Dafür lohnt sich das auf jeden Fall!
Carolin: Ich fand auch besonders gut einen Ausblick auf weitere Pfade von Studium und Karriere zu erhalten. Deswegen würde ich es auch jeder empfehlen, damit man auch für sein eigenes Leben eine Perspektive bekommen kann.
Clara: Ich fand es immer sehr inspirierend. Ich kann da auch nur jeden ermutigen. Eine Kommilitonen von mir, die dem Thema "Frauenförderung" eher kritisch gegenüber steht, möchte jetzt auch zur Physikerinnentagung fahren, weil sie gehört hat, wie viel davon geschwärmt wird. Es muss halt nicht nur in die "Frauenförderungs-Schiene" gedacht werden, wenn man hingeht.
Jana: Es ist auch eine normale wissenschaftliche Tagung. Es können sich ja auch Männer anmelden. Bei den Fachvorträgen nimmt man meist nicht alles mit. Einfach mal in die verschiedensten Themengebiete reinschnuppern und zuschauen, wie andere Physikerinnen ihr Thema vortragen, ist schon ganz gut.
Clara: Für mich steht das Fachliche tatsächlich nicht so sehr im Fokus auch nicht diese "Jammer-Veranstaltungen". Ich finde am besten die Veranstaltungen, die Ziele nach dem Studium aufzeigen oder Methoden zur Bewältigung des Studiums. Ich denke auch, dass man zu jedem Zeitpunkt des Studium zur Physikerinnentagung gehen kann. Ich war das erste mal nach dem vierten Semester auf der Physikerinnentagung. Es war fachlich etwas schwierig die Vorträge zu verfolgen, weil man noch nicht KET und FKP gehört hatte, aber man muss ja nicht nur Fachvorträge besuchen. Ich bin der Meinung, dass es sich immer lohnt.