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T1a

Leanna Splinter, 27 Jahre, arbeitet an ihrer Doktorarbeit im dritten Promotionsjahr am Lehrstuhl Theoretische Physik I (T1a) und wird von Prof. Dr. Götz S. Uhrig betreut. Ihre Masterarbeit hat sie 2014/2015  bereits auch an diesem Lehrstuhl geschrieben. In diesem Interview berichtet sie von ihrer Arbeit und stellt den Lehrstuhl T1a kurz vor.

leanna_t1a


Was ist dein aktuelles Forschungsthema/-gebiet?
Ich beschäftige mich mit dem Zerfall von elementaren Anregungen in frustrierten Spinleitersystemen induziert durch anisotrope Wechselwirkungen. Das hört sich wahnsinnig kompliziert an, aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen! Einfacher erklärt: Ich schaue mir an, ob bestimmte Wechselwirkungen in einem bestimmten Spinsystem dafür sorgen können, dass die elementaren Anregungen eine endliche Lebensdauer bekommen, also "zerfallen". Meine theoretischen Berechnungen vergleiche ich mit experimentellen Daten, um am Ende eine Aussage über die Größe dieser Wechselwirkungen treffen zu können.

Welche Voraussetzungen musstest du dafür mitbringen?
Als Festkörpertheoretikerin musste ich natürlich die Vorlesung "Einführung in die theoretische Festkörperphysik" im Master belegen. Für eine Promotionsstelle, aber auch Masterarbeit, ist es vorteilhaft, wenn man in dieser Veranstaltung nicht allzu schlecht abschneidet. Außerdem wurde mir nahe gelegt die Vorlesung "Computational Physics" zu belegen, was ich schon im Bachelor getan hatte. Die Veranstaltung Vielteilchen-Festkörpertheorie im Master ist kein Muss, aber für meine Arbeit sehr hilfreich gewesen.  Programmieren können war auch eine Voraussetzung bzw. ist in der theoretischen Festkörperphysik (fast) immer ein Muss. Generell sollte man, wenn man in der theoretischen Physik arbeiten möchte, gerne mit Stift und Papier arbeiten, aber auch nicht vor dem Programmieren zurückschrecken.

Wie hast du dich für den Lehrstuhl entschieden?
Über meine Übungsgruppenleiter von Physik 2. Die haben auch hier promoviert und immer von der guten Betreuung von Prof. Uhrig und den interessanten Aufgaben geschwärmt. Das hat mich überzeugt! Ein Betreuer, an den man sich immer wenden kann und der auch voll im Thema steckt, ist für mich ein absolutes Muss.

Wie viele arbeiten am Lehrstuhl? Wie hoch ist der Frauenanteil?
Aktuell sind wir sechs Doktoranden und zwei Masterstudenten. Bei den Masterstudenten haben wir eine Frau und unter den Doktoranden bin ich die einzige Frau. 2013 hat die letzte Doktorandin an unserem Lehrstuhl promoviert. Bei den Bachelorstudenten sieht es aber ganz anders aus. Da haben wir aktuell mit drei Studentinnen nur Frauen! Ich finde es wirklich schön im Gruppenseminar aktuell nicht die einzige Frau zu sein, was sonst die letzten Jahre immer der Fall war.

Übernimmst du lehrstuhlinterne Aufgaben?
Neben meiner Forschung habe ich auch andere Aufgaben. Meine Aufgaben sind nicht immer lehrstuhlintern, sondern auch für die gesamte Fakultät. Ich haben bis zum Sommersemester 2018 jedes Semester eine Übung gehalten. Prüfungsbeisitze habe ich auch schon für andere Lehrstühle und in der Medizinphysik gemacht. Im Promotionsausschuss bin ich die studentische Vertretung. Außerdem sitze ich noch in einer Berufsungskommission und organisiere verschiedene Veranstaltungen bezogen auf die Gleichstellungsmaßnahmen in unserer Fakultät, wie z.B. das Physikerinnen-Café.

Was würdest du Studentinnen mit auf den Weg geben?
Lasst euch absolut nicht abschrecken, wenn an einem Lehrstuhl nur Männer sind! Generell rate ich allen Studenten sich nicht vor theoretischen Arbeiten zu scheuen. An theoretischen Lehrstühlen wird man (meist) nicht wie in der Experimentalphysik in ein Projekt von anderen Doktoranden gesteckt. Man hat auch schon im Bachelor seine eigenen Aufgaben mit denen man schon irgendwie "alleine" ist. Das hat Vorteile, aber natürlich auch gewisse Nachteile. Bei Problemen kann man immer versuchen das Rechen-/ oder Programmierproblem immer so weit runterbrechen, dass die anderen Doktoranden/Masterstudenten einem helfen können. Letztendlich muss man aber meist seinen Denk-/Rechen-/Programmierfehler selbst finden und korrigieren. Unser Lehrstuhlinhaber, Prof. Uhrig, ist jedoch auch immer für Fragen und Probleme da und kann einem mit seiner großen Erfahrung behilflich sein.