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E2

Janina Schindler (links), 27 Jahre, und Laura Krauß-Kodytek (rechts), 27 Jahre, arbeiten beide an ihrer Doktorarbeit am Lehrstuhl Experimentelle Physik II. Laura ist im zweiten Promotionsjahr, ihre Arbeit wird von Prof. Dr. Markus Betz betreut (E2b), während Janina im dritten Promotionsjahr ist und ihre Arbeit von Prof. Dr. Manfred Bayer betreut wird (E2a). Ihre Masterarbeiten haben beide ebenfalls am Lehrstuhl E2 geschrieben. In diesem Interview berichten sie von ihrer Arbeit und stellen den Lehrstuhl E2 kurz vor.

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Was ist euer aktuelles Forschungsthema/-gebiet?
Janina: Unser Lehrstuhl beschäftigt sich grundsätzlich mit der optischen Spektroskopie zur Untersuchung verschiedener Materialien. Im Prinzip schießen wir mit einem Laser auf verschiedene Festkörper und gucken uns an, was passiert. Oft handelt es sich dabei um Halbleiter, aber nicht nur!
Laura: Bei mir sind dies zum Beispiel Lithiumnitrid und Galliumarsenid. Bei den Materialien geht es darum, mehr über sie zu erfahren, zum Beispiel durch sogenannte Pump-Probe-Messungen oder zu deutsch Anfrage-Abfrage-Experimente. Mit diesen kann man die zeitliche Dynamik von Ladungsträgern untersuchen, indem die Materialien mit zwei gepulsten Laserstrahlen beleuchtet und die Pulse zeitlich gegeneinander verschoben werden.
Janina: Meine letzten Messungen bezogen sich auf Indiumgalliumarsenid (InGaAs)-Quantenpunkte, die eine sogenannte Fanoresonanz zeigen. Wir haben sie mit der Methode der Spin-Flip Raman-Streuung untersucht. Das bedeutet einfach gesagt, dass wir das von der Probe emittierte Licht messen, welches über einen sogenannten Spin-Flip Prozess gestreut wurde. So können wir Aussagen über die Spin-Level Struktur treffen und die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Spins untersuchen.

Gab es Voraussetzungen, die ihr mitbringen musstet?
Janina: Generell gesagt nein. Man braucht kein spezielles Wissen, welches man sich nicht während des Studiums angeeignet hat, wie zum Beispiel in der Festkörperphysik-Vorlesung. Sicherlich gibt es einige weitere hilfreiche Vorlesungen und Seminare, die man besuchen kann, wie z.B. das Laserseminar, die Halbleiterphysik-Vorlesung, die Quantenoptik oder z.B. Spinelektronik. Bezüglich der Arbeit im Labor kann ich sagen, dass man alles beigebracht bekommt, was man dafür braucht.
Laura: Ich habe meine Bachelorarbeit bei E1b geschrieben und bin dann für meine Masterarbeit zu E2b gegangen. In dieser Zeit lernt man viel, was man später für die Promotion braucht. Aber wie sagt man so schön: Man lernt nie aus! Es wird immer wieder Dinge geben, die man noch nicht kann und sich dann aneignen muss. Hauptsache man hat Lust auf die Laborarbeit!
Janina: Sonst kann man sich auch alles hier selber anlesen (zeigt auf die Bücher der Lehrstuhlbibliothek). Und man sollte sich nicht darin täuschen, dass man nur im Labor steht. In der Arbeit steckt auch eine Menge Auswertung und Theorie drin, das merkt man spätestens beim Zusammenschreiben.

Wie habt ihr euch für den Lehrstuhl entschieden?
Janina: Ich habe das damals zwischen dem dritten und vierten Semester entschieden. Wir hatten bei Herrn Bayer und Herrn Anders Physik III und IV-Vorlesung. Weil keiner meiner Freunde in den Semesterferien Zeit hatte in den Urlaub zu fahren, wusste ich nicht was ich machen sollte und habe Herrn Bayer gefragt, ob ich ein Praktikum im Labor machen könnte. Damals hatten wir Optik in der Vorlesung nur ganz grob angeschnitten und ich habe von dem Text, der zur Vorstellung des Lehrstuhls auf der Website steht, quasi nichts verstanden. Das wollte ich ändern! Dann war ich zwei Wochen in dem Labor, in dem ich später auch meine Bachelorarbeit geschrieben habe und bin am Lehrstuhl geblieben.
Laura: Ich kannte bereits einige Mitarbeiter von E2b, die mit total sympathisch waren. Das gute Klima in der Gruppe in Kombination mit der Halbleiterphysik haben mir die Entscheidung leicht gemacht für die Masterarbeit zu E2b zu gehen. Danach stand es für mich nie in Frage für den Doktor den Lehrstuhl nochmal zu wechseln.

Wie viele arbeiten am Lehrstuhl insgesamt und wie hoch ist der Frauenanteil?
Janina: Ich habe gestern auf die Telefonliste geguckt, da stehen 59 Leute drauf: 51 von E2a und acht von E2b.
(Laura und Janina überlegen und zählen ihre Kolleginnen auf.)
Laura: Zehn Prozent sind es schon.
Janina: Ja, sogar etwas mehr.

Übernehmt ihr lehrstuhlinterne Aufgaben?
Janina: Ja, ich kümmere mich um den Bereich Forschung auf der Homepage. Außerdem organisiere ich den Lehrstuhlfußball und letztes Semester habe ich auch eine Übungsgruppe gegeben. Neben gelegentlichen Prüfungsbeisitzen bin ich ebenfalls im Promotionsausschuss als studentische Vertretung tätig. Außerdem war ich in einer Berufungskommission für einen neuen Lehrstuhl, das war auch sehr interessant.
Laura: Ich übernehme diverse Aufgaben rund um den Lehrstuhl wie Janina z.B. die Betreuung der Homepage oder Prüfungsbeisitzungen. Außerdem helfe ich jedes Semester im Übungsbetrieb oder im Praktikum. Ich finde es schön, was man im Studium gelernt hat, heute an die neue Generation von Studierenden weiterzugeben. Für viele ist Lehre ein unbeliebtes Muss, ich mache das hingegen sehr gerne!
Janina: Achja, und beim Girls'Day machen Laura und ich auch jedes Jahr mit, das macht viel Spaß!

Was würdet ihr Studierenden mit auf den Weg geben?
Janina: Man sollte immer neugierig bleiben und neue Sachen ausprobieren. Auch wenn man denkt, die anderen können das eh alles besser. Die haben schließlich auch irgendwann mal klein angefangen. Ich denke da vor allem an all die elektrischen und mechanischen Dinge bei uns am Lehrstuhl, die man nebenbei macht. Ich habe früher auch nichts in die Richtung gemacht, also z. B. nicht geschraubt, gebohrt, gelötet. Wenn man anfängt, kommt man auch irgendwann rein. Man muss sich nur trauen.
Laura: Ich wünsche allen Studierenden und angehenden Doktorandinnen und Doktoranden viel Durchhaltevermögen. Oft hat man viel Frust, aber im Endeffekt lohnt es sich durchzuhalten. Die Momente, in denen man plötzliche physikalische Erkenntnisse hat, belohnen einen für Vieles!